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Jaén

Jaén ist eine der acht Provinzen, in die die autonome spanische Gemeinschaft Andalusien unterteilt ist. Von der Fläche her ist die im nordöstlichen Teil gelegene Provinz mit über 13.000 Quadratkilometern zwar eine der größten, doch die rund 600.000 Einwohner zeugen davon, dass sie relativ dünn besiedelt ist.

Wenig Tourismus, viel Natur

Eher untypisch gegenüber den übrigen Regionen Spaniens hat der Tourismus in Jaén bis dato keinen nennenswerten Einzug gehalten. Die wichtigste Einnahmequelle für die einheimische Bevölkerung dürfte indessen der Olivenbau sein. So ist es auch nicht weiter überraschend, dass es die Olivenbäume sind, die vornehmlich das Landschaftsbild prägen. Dieses Anbaugebiet gilt mit ca. 50 Millionen Bäumen als das größte der Welt – Jahr für Jahr wird hier  über eine halbe Million Liter Olivenöl gewonnen. Als absolute Hochburg kann diesbezüglich die Stadt Martos angesehen werden, in der sich jedes Jahr am ersten Wochenende im Dezember zum Beginn der Erntesaison alles um die Olive dreht – ein Spektakel, welches sich gerade die Gourmets unter den Touristen nicht entgehen lassen sollten.

Dass es von den letztgenannten in Jaén soweit noch nicht so viele gibt, scheint ein wenig unverständlich, wenn man sich einmal anschaut, was die Region außer den zahlreichen Olivenbaumfeldern noch so alles zu bieten hat. Zum einen ist es die urwüchsige Natur, die sich dem Besucher etwa in den vier Naturparks darbietet – eine bilderbuchähnliche Berglandschaft mit imposanten Eichenwäldern, in denen neben Wildschweinen und Hirschen sogar auch Wölfe und Luchse anzutreffen sind.

Die Sierras de Cazorla, Segura y Las Villas im Osten der Provinz sind sogar der grösste Naturpark nicht nur Andalusiens, sondern des ganzen Landes - eine riesige, ursprüngliche Bergwildnis mit einem unglaublichen Wasserreichtum und einer üppigen, einzigartigen Vegetation. Neben zahlreichen kleineren Bergbächen entspringen hier zwei der grossen Flüsse Südspaniens, der Rio Segura und der Rio Guadalquivir. Das Gebiet eignet sich hervorragend zum Wandern, zum Campen oder für einsame Touren mit dem Mountainbike. Mehrere Stauseen mit kristallklarem Wasser laden zum Baden ein. Die beste Reisezeit für die Sierra ist das Frühjahr, wenn nach den teilweise heftigen Winterregen die Natur in Saft und Blüte steht. Auch kann man in der letzten Aprilwoche ein Stück typisch spanischen Lokalkolorits miterleben, das vom Tourismus noch erfreulich unberührt geblieben ist: auf der Feria de San Marcos findet alljährlich ein unblutiges Stiertreiben statt, die Toros Ensogados in Beas de Segura, einem kleinen veträumten Dorf am Rande des Naturparks an der N 322 kurz vor der Provinzgrenze von Jaén nach Albacete.

Sehenswürdigkeiten in Jaén

Kulturelle Sehenswürdigkeiten finden sich dagegen zum Beispiel in Úbeda mit ihrer Renaissancearchitektur – hier dürfte wohl der Palast an der Plaza de Vázquez Molina das wichtigste Objekt sein. Oder in Baeza, wo Bauwerke verschiedener historischer Baustile bestaunt werden können – ob die Renaissance-Kathedrale oder Palacio del Jabalquinto, der neben der Renaissance auch die Gotik und den Barock in sich vereint.

Doch so interessant diese beiden Städte auch sein mögen – die Hauptstadt der Provinz ist die gleichnamige Stadt Jaén und mit über 100.000 Einwohnern gleichzeitig auch ihre größte Gemeinde. Wirtschaftlich spielt hier sowohl die Industrie als auch die Landwirtschaft eine Rolle, aber auch eine Universität nennt die Stadt seit 1993 ihr eigen. Und an entsprechenden Sehenswürdigkeiten mangelt es der Hauptstadt Jaén ebenfalls nicht – die Arabischen Bäder oder die alte Kirche Iglesia de la Magdalena, die auf einer ehemaligen Moschee gebaut wurde stellen nur einen Ausschnitt für einen Besichtigungstipp dar.

Weblinks und Empfehlungen